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Wie funktioniert die menschliche Stimme? Warum sie nie gleich klingt

Warum klingt meine Stimme morgens tiefer als abends? Wie die Stimme entsteht und was sie über Ihr Wohlbefinden verrät.

Natasha Macheiner03.11.20265 Min. Lesezeit
Collage: Ein Mann legt die Hand an den Hals und lauscht überrascht seiner eigenen Stimme, daneben stehen ein Studiomikrofon und zwei Wellenlinien

Jeder Mensch spricht. Doch wissen Sie, wie viele Faktoren dazu beitragen, wie unsere Stimme klingt? Wodurch Klangfarbe und Tonhöhe beeinflusst werden? Und welche Faktoren die Stimme anders klingen lassen?

Eines vorab: Meine eigene Stimme klingt morgens anders als abends. Warum, erfahren Sie hier.

Wie entsteht die menschliche Stimme?

Die menschliche Stimme entsteht im Kehlkopf. Beim Ausatmen strömt Luft aus der Lunge durch die Luftröhre dorthin, die Stimmlippen schließen sich, und der Luftstrom bringt sie zum Schwingen. Das ergibt den Ton.

Die Stimmlippen heißen umgangssprachlich Stimmbänder. Die Art, wie sie schwingen, beeinflusst Klangfarbe und Tonhöhe. Je gespannter die Stimmlippen sind, desto höher klingt die Stimme.

Auch die Größe des Kehlkopfs spielt mit: Ein größerer Kehlkopf hat dickere und längere Stimmlippen, die Stimme klingt tiefer. Der Grundton liegt bei Männern bei rund 125 Hertz, bei Frauen bei etwa 250 Hertz.

Quelle: SRF Wissen: Streikt die Stimme, fehlen uns die Worte

Warum ist Sprechen so komplex?

Sprechen verlangt das Zusammenspiel vieler Körperteile. Muskeln im Kehlkopf verändern die Spannung der Stimmlippen und damit die Tonhöhe. Mit dem Luftdruck variieren Sie die Lautstärke. Die Resonanzräume in Mund und Nase prägen den Klang. Lippen, Zunge und Gaumen formen die Wörter, das nennt man Artikulation.

Die Stimme ist deshalb ein komplexes Instrument, das viele Körperteile und Muskelgruppen koordinieren. Selbst Verspannungen, zum Beispiel im Rücken, können sich negativ auf sie auswirken. Wie Sie Nacken und Schultern lösen, steht im Beitrag Sprecherausbildung für Führungskräfte.

Was beeinflusst die Stimme noch?

Neben Kehlkopf und Verspannungen verändern viele Faktoren, wie Ihre Stimme klingt:

  • Alter
  • Gesundheit, zum Beispiel eine Verkühlung
  • Anspannung
  • Gewohnheiten wie Rauchen, Singen oder Schreien

Meine Stimme klingt morgens anders als abends

Klingt die Stimme immer gleich? Die Antwort ist einfach: Nein.

Wenn ich einen Sprecherauftrag gleich in der Früh einspreche, nachdem ich noch nicht lange auf bin, klingt meine Stimme wesentlich tiefer. Spreche ich die Aufnahme erst am Abend oder nach einem Tag voller Sprechen ein, klingt sie meist heller. Auch wenn ich verkühlt oder angespannt bin, klingt sie anders.

Das ist meine Erfahrung als Sprecherin. Auch Studien finden Tageszeit-Effekte bei gesunden Stimmen: In einer Untersuchung mit Aufnahmen über sieben Tage waren die Messwerte morgens meist schlechter als später am Tag. Nicht jede Studie zeigt das gleiche Ergebnis.

Quelle: Journal of Speech, Language, and Hearing Research (2021): Tageszeit-Effekte bei gesunden Stimmen

Die Stimme ist ein Spiegel Ihres Wohlbefindens

Die Stimme ist immer ein bisschen ein Spiegel unseres Wohlbefindens. Bemerken Sie Veränderungen an Ihrer Stimme, hören Sie auf Ihren Körper: Wie fühlen Sie sich gerade? Stellen Sie irgendwo Verspannungen fest? Ist eine Verkühlung im Anmarsch?

Bei einer Verkühlung hilft vor allem Schonung. Was dabei stimmt und was nicht, lesen Sie im Beitrag Stimme bei Erkältung. Bei Verspannungen helfen Dehnen und sanftes Summen. Hält eine Veränderung länger als zwei bis drei Wochen an, lassen Sie sie bei einer HNO-Ärztin abklären.

Weitere Beiträge zur Stimme

Diese Beiträge passen zum Thema:

Ihre Stimme begleitet Sie jeden Tag. Wer auf sie achtet, merkt Veränderungen früh und kann sie schonen, bevor aus einer Verkühlung oder Verspannung ein Problem wird.

Häufige Fragen zur menschlichen Stimme

Wie funktioniert die menschliche Stimme?

Die Stimme entsteht im Kehlkopf: Beim Ausatmen bringt der Luftstrom die Stimmlippen zum Schwingen. Mund, Nase und Rachen prägen den Klang, Lippen, Zunge und Gaumen formen die Wörter.

Klingt die Stimme immer gleich?

Nein. Die Stimme verändert sich im Tagesverlauf, bei einer Verkühlung und bei Anspannung. Bei mir klingt sie morgens tiefer und abends meist heller.

Was beeinflusst, wie meine Stimme klingt?

Die Größe des Kehlkopfs, das Alter, die Gesundheit, Verspannungen und Gewohnheiten wie Rauchen, Singen oder Schreien.

Wann sollte ich mit einer veränderten Stimme zum Arzt?

Wenn die Veränderung länger als zwei bis drei Wochen anhält: zur HNO-Ärztin. Bei Atemnot oder starken Schluckbeschwerden sofort.

Sie möchten mehr aus Ihrer Stimme machen? Seit 2010 habe ich über 3.000 Menschen in Medien-, Präsentations- und Sprechtrainings begleitet. Trainings gibt es auf Anfrage.